Nav Ansichtssuche

Navigation

An den Bürgermeister der Stadt Reinfeld

An die politischen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung

An die Kreisverkehrsaufsicht

Zur Kenntnis an : - den Kreisverkehrsausschuß

                               - das Amt Nordstormarn

                                - die Bürgermeister von Wesenberg und Klein Wesenberg

                               - die Schulen, Eltern- und Schülervertretungen

                               - die Deutsche Bahn

                               - den runden Tisch Reinfeld

                               - die örtliche Presse

                               - die Schüssler Plan Ingenieurgesellschaft

                               - Herrn Wramp

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir, wenden uns in diesem offenen Brief an Sie, da unseres Erachtens die Radverkehrsplanung der Stadt Reinfeld im gesamten Verlauf der neuen Zufahrt von der B 75 zum Bahnhof und in die Innenstadt und retour in einer Weise erfolgt, die fatal an die Sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Diese Zufahrt ist nicht nur für die Bürger Reinfelds sondern auch für die nordöstlich anschließenden Gemeinden von großer Bedeutung. Bislang ist nur der Verlauf der Kfz-Fahrbahn in einer Linie durchgeplant, der Rad- und Fußverkehr wird an diese Route planerisch stückweise anmontiert. Diese unzureichende Verkehrsführung gefährdet Radfahrer und Fußgänger. Auch die erwünschte Förderung ökologischen Verkehrs wird so nicht erreicht.

 

Insgesamt sind die Leitlinien der „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ in der vorliegenden Planung nicht angewandt worden. Diese „Empfehlungen“ schreiben bei 1340 Kraftahrzeugen in der Stunde, die dort erwartet werden, eine getrennte Führung der verschiedenen Verkehrsarten vor. Diesen Grundsatz berücksichtigt die gegenwärtige Planung leider nicht. Die bislang entworfene Führung zwingt die Radfahrer mehrfach sich in den fließenden Autoverkehr einzuordnen und schafft so vermeidbare Gefahrensituationen. Diese Planung ist umso kritischer zu bewerten, da diese Strecke auch häufig von Schülern auf dem Weg zur Schule genutzt werden wird.

Zudem: die Vorstellung Radfahrer nicht auf kürzestem Wege auf der Feldstraße zum Bahnhof und zur Innenstadt zu führen, sondern in einem Umweg über die „Alte Feldstraße“ zu zwingen, führt zur Behinderung und nicht zur Förderung des Radverkehrs. Supermärkte und Betriebe in der Feldstraße sind so nicht mit dem Rad zu erreichen. Und - da Schüler und Bahnpendler erfahrungsgemäß zügig ans Ziel wollen – werden sie auch ohne Radweg die Feldstraße befahren.

Die unseres Erachtens problematischen Punkte wollen wir nun im Einzelnen betrachten:

Stadteinwärts wäre in der Feldstraße bei einer von 17,75 Metern mit Fahrspuren von 5,125 m für den Kfz-Verkehr ein Radfahrstreifen beidseits durchaus zu verwirklichen. Doch wer per Rad aus Richtung Stubbendorf anlangt, soll nun erst einmal die Feldstraße queren und dann später über die Holländerkoppel wieder zu ihr zurückfahren. Dort trifft er auf einen belebten Kreisverkehr ohne spezielle Radverkehrsanlage. Ist der Kreisverkehr umrundet, öffnet sich auf der Bahnhofsbrücke ein Hochbordradweg, der unmittelbar nach der Brücke jedoch wieder endet. Hier gilt es sich geschickt bergab in den fließenden Kfz-Verkehr einzuordnen, der auf ein Nadelöhr mit Verkehrsinsel zusteuert. Schülerinnen und Schüler sich in dieser Verkehrssituation vorzustellen , bereitet uns sehr große Sorge.

Die Anfahrt weiter per Rad zum Bahnhof ist bislang nicht in einer sicheren Weise ermöglicht. Die bisherige Planung legt folgendes Verhalten nahe: Abspringen auf der Fahrbahn und das Rad über den Fußgängerüberweg schieben.

Zudem existiert bislang keine Gesamtplanung für das Bahnhofsumfeld mit guten Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und den entsprechenden Anfahrten.

Vom Bahnhof in die Innenstadt hinein ist keine Radverkehrsanlage geplant. Radfahrer müssen sich weiter auf der belebten Fahrbahn bewegen.

Gleiches gilt in der umgekehrten Richtung für die Radfahrer aus der Innenstadt. Eine sichere und bequeme Anfahrt zum Bahnhof ist nicht in Aussicht genommen. Nach dem Bahnhof erwartet Radfahrer und Fußgänger dann auf der Brücke ein kombinierter Rad- und Fußweg. Eine Situation, die die „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ nur in Ausnahmefällen als sinnvoll erachten. Warum auf dem „Jahrhundertbauwerk“ diese für Radfahrer und Fußgänger konfliktreiche Führung gewählt wird, erschließt sich uns nicht.

Nach der Brücke sollen die Radfahrenden wieder diesen Weg verlassen und in den fließenden Verkehr einfahren. Um dann, nach Überwindung des Kreisverkehrs, in den Umweg über Holländerkoppel und Alte Feldstraße einzubiegen.

Wir appellieren an alle Verantwortlichen diese Planungen zu überprüfen, und eine durchgehende sichere Radverkehrsstruktur für den gesamten Abschnitt von der B75 bis zur Innenstadt zu erarbeiten und in der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen.

Der ADFC stellt sich vor, Radfahrerinnen und Radfahrer über die gesamte Feldstraße und die Bahnhofsbrücke in Form eines Radverkehrsstreifens zu führen. Die Anfahrt zum Bahnhof und zu den Abstellanlagen sollte sicher geregelt werden. Das Bahnhofsumfeld und der weitere Weg von und zur Innenstadt bedarf einer kreativen Planung, die nicht wie jetzt autozentriert sein sollte. Erwägenswert ist die Einrichtung einer Fahrradstraße oder generell eine andere Führung des Kfz-Verkehrs.

Wir hoffen durch diesen Brief Denkanstöße zu geben und Denkverbote einmal in Frage zu stellen.

Und wir freuen uns auf eine rege Diskussion.

Mit freundlichen Grüßen

ADFC- Kreisverband Stormarn

  

-Vorsitzender-                     - Ortsgruppe Reinfeld/Nordstormarn-          

Reiner Hinsch                 Kerstin Andernson-Werner     Bodo Bachmann


 

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.