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Pressemitteilung des ADFC

Coup im Hinterzimmer: Brückenplanung gegen die Interessen von allen Verkehrsteilnehmern

Am Montag, den 23.03.2020 hat die CDU Reinfeld als führende Kraft, unterstützt von je einer WIR und SPD-Stimme, eine Planung für das „Zukunftsbauwerk“ Bahnhofsbrücke auf den Weg gebracht, die den Geist der Sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts atmet: Diese Planung entspricht in keiner Weise den Anforderungen der Verkehrsteilnehmer. Stadteinwärts ist ein Hochbordradweg geplant, der die verbleibende Fahrbahnfläche unnötig reduziert. Radfahrer auf der Fahrbahn können vom Autoverkehr nicht mehr überholt werden, da das Einhalten des Mindestabstandes von 1,50 Metern beim Überholen schlichtweg nicht möglich ist. Stadtauswärts bedeutet dies einen gemeinsamem Weg von 3,50 Meter Breite für Fußgänger und Radfahrer. Eine solche Planung

lässt die Leitlinie „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“, datierend aus dem Jahre 2012, nur für den Ausnahmefall zu. Damals war der Pedelec Boom noch nicht absehbar. Unbestritten ist, dass die Mißachtung der technischen Leitlinien vermehrt Unfälle zur Folge hat.

Bergab geht es ein wenig schneller, auch auf der neu geplanten Rampe der Brücke über die Eisenbahn. Dort sollen Radlerinnen und Radler auf einem Hochbordradweg fahren. Diese Verkehrsführung ist sehr unfallträchtig und gefährdet alle Verkehrsteilnehmer. Mit Schwung am Ende der Rampe angekommen, müssen sich die Radfahrer auf der Straße einordnen, dabei den rückwärtigen Verkehr auf der Straße genau beobachten, da hier wird der Hochbordradweg endet. Gleichzeitig kommt von und nach rechts noch der Autoverkehr Richtung Parkplatz. Das alles unter einer Abfahrt im Gefälle.

Der ADFC Stormarn plädiert dafür, den Radverkehr beidseitig auf einem separaten Streifen auf der Fahrbahnoberfläche zu führen. Dadurch entfällt für den Radfahrer stadteinwärts der lebensnotwendige Rückblick, da er sich bereits auf der Straße befindet. Und stadtauswärts gibt es keine Konflikte mit Fußgängern.

Ein dem Reinfelder Bauausschuss vorliegender Antrag griff diese Vorstellungen auf und sah die Planung von separaten Streifen auf der Fahrbahn und einen 2 Meter breiten Fußweg vor. Da nicht alle Folgen in der Planung berücksichtigt worden sind, ist die Abstimmung des Antrages sehr unglücklich verlaufen. Diese Brückenplanung, die weit mehr als 50 Jahre den Verkehrsfluss prägen wird, ist in der heutigen Zeit nicht mehr angemessen. Die Abstimmung der Vertreter im Bauausschuss passt nicht mit den Bemühungen zu einer umweltfreundlichen Fortbewegung zusammen.

Begünstig wurde dieses Vorgehen durch konsequente Vermeidung einer öffentlichen Diskussion dieser Frage. Im Stadtentwicklungsausschuss wurde diese Auseinandersetzung mit den Stimmen von CDU und von der Tagesordnung abgesetzt. Die Sitzung des Bauausschusses fand wegen der Corona-Pandemie ohne jedes Publikum statt. Ein sachlicher Zwang, diese Entscheidung jetzt zu treffen, besteht keinesfalls. Aber die Mehrheit fand es günstig, so vorzugehen.        

Diese so wichtige Verbindung für Reinfelds Zukunft darf nicht bereits im Vorwege in Frage gestellt werden. Der ADFC wird sich weiterhin engagieren, diese Entscheidung zu korrigieren.

Mit freundlichen Grüßen

Allgemeiner Deutscher Fahrradclub (ADFC-Reinfeld/Nordstormarn)

Kerstin Anderson-Werner und Bodo Bachmann

 

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