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Frage 1:

Welche Bedeutung hat der Radverkehr in Ihren Augen für Ahrensburg? Wo liegen die Chancen, wo die Probleme?

Hr. Conring:

Dem Fahrradverkehr kommt angesichts der zum Teil übervollen Straßen im Innenstadtbereich (z.B. AOK-Knoten) eine große Bedeutung zu und könnte dazu beitragen, den Autoverkehr in der City und gleichzeitig den Schadstoffausstoß zu reduzieren. Zudem bietet Ahrensburg dank seiner Topografie ohne nennenswerte Steigungen und der relativ kurzen Entfernungen von den Wohngebieten zu den Bahnhöfen und zur City optimale Voraussetzungen für eine intensive Nutzung des Fahrrads.

 

Probleme und Aufgabenfelder sehe ich in den nicht ausreichend vorhandenen Abstellmöglichkeiten an den Bahnhöfen und in der City, an unklaren Verkehrsbeziehungen in der Innenstadt (z.B. Hagener Allee an der Post) und an dem zum Teil desolaten Zustand der Radwege an den Alleenstraßen aufgrund des Wurzelwuchses der Alleenbäume.

Hr. Hansen:

Die Bedeutung des Radverkehrs kann man in Ahrensburg leicht an den vollen bzw. übervollen Radabstellanlagen an den Bahnhöfen sehen. Ich sehe die Annahme des Rades durch die Bevölkerung trotz der schlechten Rahmenbedingungen durch Politik und Verwaltung. Eine Abstimmung durch die Pedale läuft ja unübersehbar.. Für die Zukunft würde ich geradeversuchen die Menschen mitzunehmen, gerade diejenigen heute noch nicht radeln oder dem Radfahren skeptisch gegenüber eingestellt sind..

Die Probleme sehe ich heute  in der Umsetzung von Projekten durch die Verwaltung. Projekte dauern ewig lange (Siehe Umbau Hagener Allee(Post)). Beschluss zum Umbau 2008, Ausschreibung für den Umbau 2015. sie werden schlecht umgesetzt, die Bevölkerung erfährt nicht warum dieses oder jenes gemacht wird.

 

Hr. Sarach:

Ahrensburg bietet von Größe und Struktur her grundsätzlich hervorragende Rahmenbedingungen für Radfahrer.

 

Wesentliche Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen sind auf kurzen Wegen und innerhalb kurzer Zeit erreichbar.

 

Die Zahl der Menschen, die sich mit dem Fahrrad in Ahrensburg bewegen, hat in den vergangenen Jahren regelmäßig zugenommen.

 

Die Bereitschaft, das Fahrrad als vorrangiges Fortbewegungsmittel zu nutzen, steigt stetig.

 

Diese positive Grundhaltung muss unterstützt und gefördert werden.

 

Wesentliche Voraussetzung hierfür ist der zügige Ausbau geeigneter Radwege.

 

Das Radwegeverkehrskonzept der Stadt Ahrensburg hat hierfür die erforderlichen Grundlagen geschaffen.

 

Die finanziellen Mittel für eine rasche Umsetzung des Konzeptes müssten im Rahmen der Möglichkeiten in deutlich größerem Maße als bisher zur Verfügung gestellt werden.

 

Bedauerlicherweise fanden entsprechende Vorschläge des Bürgermeisters in den vergangenen Jahren im Rahmen der Haushaltsberatungen nicht die erforderlichen Mehrheiten.

 

 

 

Frage 2:

 

Auf einem Parkplatz für einen PKW können ca. 8 Fahrräder abgestellt werden. Trotz erheblicher Anstrengungen der Stadt in den letzten Jahren, fehlen weiterhin ausreichend gute Fahrradabstellanlagen, sowohl im Innenstadtbereich, als auch an den Bahnhöfen. Können sie sich vorstellen, einen Teil des öffentlichen Raumes für hochwertige Radabstellanlagen umzuwidmen, auch wenn dies auf Kosten von Parkraum für PKW geschieht?

 

Hr. Conring:

Ich halte nichts davon, Fahrradfahrer, Autofahrer, ÖPNV-Nutzer und Fußgänger gegeneinander auszuspielen. Allerdings gebe ich Ihnen Recht, dass wir weitere Anstrengungen für zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder unternehmen müssen, ebenso wie für Autoparkraum. Nach dem Ausbau der Abstellplätze an den U-Bahnhöfen haben wir in 2015 Planungsmittel in Höhe von TEUR 30 in den Haushalt eingestellt für ein Fahrradparkhaus am Bahnhof mit dem Ziel, dies in den Folgejahren zu errichten. Bei der gerade angelaufenen behindertengerechten Umgestaltung der U-Bahnhöfe sind ebenfalls weitere Fahrradabstellplätze fest vorgesehen. In der Innenstadt könnte ich mir z.B. in der Großen Straße eine hochwertige Abstellanlage für Fahrräder vorstellen. Auch sind private Initiativen denkbar und wünschenswert. So z.B. die zahlreichen privaten Fahrradparkplätze hinter Kaufhaus Nessler, die leider kaum genutzt werden.

Hr. Hansen:

Die erheblichen Anstrengungen in den letzten Jahren sind auch auf meine Initiative zurückzuführen. Erst am 27.4 habe ich in Stadtverordnetenversammlung neue Stellplätze am Bahnhof beantragt, dieser Antrag ist einstimmig angenommen worden. Ich plädiere für ein Miteinander der verschiedenen Verehrsteilnehmer.

 

Maßnahmen die auf Kosten anderer Verehrsteilnehmer gehen, sind sehr sorgfältig abzuwägen.

 

Hr. Sarach:

Um zunehmend mehr Menschen in Ahrensburg und Umgebung die Vorzüge der Nutzung des Fahrrades zu vermitteln, ist es unerlässlich, ein quantitativ und qualitativ angemessenes Angebot von Fahrradabstellplätzen und –anlagen anzubieten.

 

 

 

Die große Herausforderung besteht darin, dies in Einklang zu bringen mit den Vorstellungen und Ansprüchen von Kraftfahrzeugnutzern.

 

 

 

Es geht nur miteinander, nicht gegeneinander!

 

 

 

Ich möchte in diesem Zusammenhang gerne alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Kapazitäten des Parkhauses „Alter Lokschuppen“ so zu erweitern, dass das untere Parkdeck für Fahrräder genutzt werden kann.

 

 

 

Dort könnte u.a. auch eine Servicestation für Reparaturen eingerichtet werden.

Frage 3:

 

Der ADFC versucht seit Jahren in Ahrensburg die Benutzungspflichten von Radwegen zu reduzieren und damit der aktuellen Rechtslage zu entsprechen, nach der eine Benutzungspflicht nur in besonders begründeten Ausnahmen zulässig ist (Stichwort: Rad- und sonstiger Verkehr sind gleichberechtigt zu behandeln!). Bisher ist das ein äußerst zähes Unterfangen. Würden Sie uns in diesem Bemühen unterstützen?

Hr. Conring:

Ich würde Sie in diesem Bemühen unterstützen an Straßen, wo diese Forderung eine Verbesserung der Situation für Radfahrer bedeutet. Ein gutes Beispiel für dieses Konzept ist der Ahrensfelder Weg, den ich als Radfahrer sehr gern nutze. Es gibt aber auch viele sehr gut ausgebaute Fahrradwege in Ahrensburg, wo diese Forderung aus meiner eigenen Erfahrung als Radfahrer nicht sinnvoll erscheint.

Hr. Hansen:

Das mache ich bereits. Ich habe dieses Thema bereits mehrmals im Bauauschuss und in der Rad AG thematisiert.Ich würde es begrüßen, wenn der ADFC auch z.B. durch Beschwerden oder Klagen in Kiel gegen die Ahrensburger Verkehrsaufsicht, die Aufhebung der Benutzungspflicht auf weiteren Straßen forcieren würde.

 

Hr. Sarach:

Die Reduzierung der Benutzungspflicht von Radwegen unterstütze ich.

 

 

 

Die entsprechenden Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Behandlung von Radverkehr und sonstigem Straßenverkehr müssen zügig geschaffen werden.

 

 

 

Was in anderen Städten funktioniert, sollte auch in Ahrensburg möglich sein!

Frage 4:

 

Der Titel des/der Fahrradbeauftragten der Stadt Ahrensburg ist bisher nicht an ein Arbeitszeitkontingent geknüpft. Der ADFC erhofft sich eine erhebliche Verbesserung der Situation für die Radverkehrspolitik in Ahrensburg, wenn zumindest ein kleiner Stundensatz, z.B. 8h in der Woche, für den/die Fahrradbeauftrage/n explizit für Fragen des Radverkehrs intern vorgesehen wird. Es wäre für die zuständige Person dann viel einfacher sich um Fördermittel und ähnliches zu kümmern undproaktiv Konzepte für den lokalen Radvekehr zu entwickeln. Würden Sie eine solche Stundenzuweisung als Bürgermeister unterstützen?

Hr. Conring:

Als neuer Bürgermeister wird es meine erste Aufgabe sein, die Organisationsstrukturen im Rathaus – die von vielen Seiten zu Recht massiv kritisiert werden – zu überprüfen und entsprechende Eingriffe vorzunehmen. Natürlich wird es auch Mitarbeiter geben, die die Verantwortung für den Bereich Radwege übernehmen. Ob hier ein Stundensatz von 8 Stunden die Woche ausreicht, kann ich nicht einschätzen und erscheint mir zu statisch.

 

 

 

Eine klare Absage erteile ich der Einrichtung zusätzlicher Planstellen, da die Personalkosten jährlich linear ansteigen und schon jetzt mit 14 Mio. EUR größte Ausgabeposition der Stadt sind, wohingegen die Steuereinnahmen auf gleichem Level verharren.

Hr. Hansen:

Ja, das würde ich, das ist lange überfällig. Ich würde es nicht nur unterstützen, ich würde es umsetzen.

 

Hr. Sarach:

Die Zuweisung eines Stundenkontingentes für das Aufgabenfeld eines/einer Fahrradbeauftragten in der Verwaltung der Stadt Ahrensburg befürworte ich grundsätzlich.

 

 

 

Die Möglichkeiten und Konsequenzen einer entsprechenden Umsetzung werde ich mit der Leitung des Bauamtes prüfen.

Frage 5:

 

Das Radverkehrskonzept im Masterplan-Verkehr wird bisher sehr schleppend bearbeitet. Natürlich ist uns bewusst, dass dies auch der Haushaltssituation geschuldet ist. Der ADFC wünscht sich, dassAhrensburg, dem Hamburger Vorbild entsprechend, in Zukunft als Ziel 10€pro Einwohner pro Jahr Investitionen in die Radverkehrsinfrastruktur vorsieht. Natürlich liegt die finale Entscheidung bei der Stadtverordnetenversammlung, jedoch kommt die Vorlage für den Haushalt aus dem Büro des Bürgermeisters. Würden Sie versuchen, einen entsprechend höheren Ansatz für den Radverkehr durchzusetzen?

Hr. Conring:

Ein klares „Ja“. Einerseits haben wir die Sanierung der Straßen allgemein (egal ob für Auto oder Fahrrad) in den letzten Jahren aufgrund der Haushaltssituation zurückstellen müssen. Andererseits bin ich wie Sie der Überzeugung, dass jährliche Ansätze von 100-150 TEUR nicht ausreichen, die Radwegeertüchtigung wirklich nennenswert voranzutreiben. Ihre Zielmarke von 10 EUR pro Einwohner finde ich als Zielsetzung sehr griffig und würde uns schon einen großen Schritt voranbringen. Aktuelle Entwicklungen zum Haushalt lassen hoffen, dass wir diesen Schritt tatsächlich in den nächsten Jahrens auch umsetzen können.

 

Hr. Hansen:

Natürlich würde ich einen höheren Haushaltsansatz einstellen. Zur Zeit ist ein oft gehörtes Argument, warum ein höherer Ansatz, wenn die bereitgestellte Summe nicht einmal verbraucht wird. Das wäre für mich auch zunächst die höhere Priorität.

 

Hr. Sarach:

Bereits in den vergangenen Jahren haben meine Entwürfe der Haushaltspläne höhere Ansätze für die Umsetzung des Radwegeverkehrskonzept vorgesehen.

 

 

 

Im Zuge der Haushaltsberatungen in der Stadtverordnetenversammlung wurden diese Ansätze jedoch regelmäßig gekürzt.

 

 

 

Ich werde mich weiter für höhere Haushaltsansätze einsetzen.

 

 

 

Ein probates Mittel, alljährliche Diskussionen zu begrenzen, wäre –dies gilt übrigens auch für andere Haushaltspositionen – die Festlegung verlässlicher Budgets in der mittelfristigen Finanz- und Investitionsplanung.

Frage 6:

 

Die Metropolregion Hamburg arbeitet zur Zeit an Konzepten für Radschnellwege z.B. von Ahrensburg nach Hamburg. Würden Sie mit der Verwaltung die Arbeit an einem solchen Projekt unterstützen?

Hr. Conring:

Eine rhetorische Frage? Ja, selbstverständlich werde ich die Arbeit an diesem Projekt unterstützen und mit der Umgestaltung der Velorouten sind wir zum Teil ja auch schon auf einem guten Weg.

Hr. Hansen:

Auf jedenfall, ich habe bereits dieses Jahr auch an einem Treffen mit (grünen) Bezirkspolitkern aus Hamburg teilgenommen in dem über dieses Thema gesprochen wurde. Alles was die Attraktivität des Radverkehrs steigert, hilft uns, unsere Städte wieder lebenswerter zu machen.

 

Hr. Sarach:

Konzepte zur Verbesserung von Radverkehrsverbindungen sind stets zu begrüßen.

 

Die Verwaltung der Stadt Ahrensburg beteiligt sich bereits an derartigen Projekten, z.B. im Arbeitskreis zur Radverkehrskonzeption „Fahrradfreundliches Stormarn“.

 

Dieses Konzept sieht u.a. die Anpassung der bestehenden Radwegweisung mit durchgängiger Ausschilderung alle festgelegten Roten im Kreis Stormarn vor.

 

Die Wegweiser sollen noch im Herbst dieses Jahres zur Verfügung gestellt werden.

 

 

Schnelle Verkehrswege für Radfahrer zwischen Ahrensburg und Hamburg sind ein richtiger Ansatz.

 

Schon allein deswegen, weil dieses Konzept ein Beispiel „gelebter“ Metropolregion ist.

 

 

An dieser Stelle erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass ich den Bau erster Abschnitte schnellwegähnlicher Radwege in Ahrensburg ausdrücklich unterstützt habe.

Frage 7:

 

Sind Sie selbst Radfahrer in Ahrensburg?

Hr. Conring:

Ja, ich nutze das Fahrrad sehr intensiv, da die Ahrensburger Geografie ohne nenneswerte Steigungen und die kurzen Wege das Fahrradfahren sehr bequem machen und ich gleichzeitig mein sitzberuflich bedingtes Bewegungsdefizit ausgleichen kann.

Hr. Hansen:

Ja, ich fahre jeden Tag mit dem Rad, ganzjährig.. Ich fahre zum Bahnhof, zum Einkaufen und in der Freizeit. Lediglich den Transport von schweren oder sperrigen Gütern, mache ich im allgmeinen mit dem Auto.

 

Hr. Sarach:

Den Weg von meiner Wohnung zum Rathaus lege ich grundsätzlich zu Fuß zurück.

 

Gelegentlich nutze ich für dienstliche Anlässe auch eines der insgesamt acht Dienstfahrräder der Verwaltung.

 

Für private Fahrradtouren bleibt mir – wie auch für andere sportliche Aktivitäten – leider nur sehr wenig Zeit.