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Zitate - soweit nicht anders angegeben - aus FGSV: Empfehlungen für Radverkehrsanlagen 1995 (ERA 95)
Zitate mit * aus C.R.O.W. (1994, S.314-325)

abgesetzte Führung, gering/mittel/weit: Abstand der Radfahrerfurt zum Rand der Hauptfahrbahn, <2 m gering, 2-4 m mittel, > 4 m weit abgesetzt (IVH/PGV 1992:5)

Angebotsstreifen, siehe Schutzstreifen

Aufgeweiteter Radaufstellstreifen, ARAS: "Aus einem Radfahrstreifen, Schutzstreifen oder Radweg hervorgehender, sich über eine volle Fahrstreifenbreite erstreckender Aufstellbereich für Radfahrer an signalisierten Knotenpunkten."

Aufstellbereich/ -fläche: * "Teil einer Fahrbahn, der für das Aufstellen des Verkehrs in der angegebenen Fahrtrichtung bei Warten auf freie Fahrt gedacht ist."

Aufstellstreifen: * "Fahrstreifen in einem Aufstellbereich."

Erschließungsstraße: Oberbegriff für Anliegerstraßen und Sammelstraßen, die für den Kfz-Verkehr Erschließungsfunktion haben. Innerhalb von Wohngebieten sind diese Straßen in der Praxis meist in Tempo-30-Zonen integriert. Für den Radverkehr können diese Straßen durchaus Teil von Hauptverbindungen sein.

Fahrradstraße: "Eine Erschließungsstraße mit besonderer Bedeutung für den Radverkehr kann als Fahrradstraße ausgewiesen werden. Fahrradstraßen sind mit Zeichen 244 StVO (Verkehrszeichen 'Fahrradstraße') am Beginn und Zeichen 244a am Ende gekennzeichnet. Kraftfahrzeugverkehr ist nur ausnahmsweise mit Zusatzzeichen (z.B. 'Kfz  frei') zugelassen."

Gehweg, Radfahrer frei: Gehweg, der für ein Befahren durch Radfahrer freigegeben ist. Fußgänger haben Vorrang.

Gemeinsamer Geh- und Radweg: "Straßenbegleitender oder selbständig geführter Weg, der im Mischverkehr durch Fußgänger und Radfahrer genutzt wird. Für Radfahrer besteht Benutzungspflicht, sie haben auf Fußgänger Rücksicht zu nehmen."

Hauptverkehrsstraße: Angebaute oder anbaufreie Straße mit (Kfz-)Verbindungs-funktion, in der Praxis innerorts meist mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50m/h, streckenweise auch darüber.

Knotenpunkt: Oberbegriff für Kreuzungen und Einmündungen

Lichtsignalanlage, LSA: * "Gesamtheit aller technischen Maßnahmen für eine Lichtsignalregelung.", im alltagsdeutsch: Ampel mit allem, was dazugehört (für Juristen auch: Lichtzeichenanlage).

Mischverkehr: "Führung des Radverkehrs auf gemeinsamer Fläche mit anderen Verkehrsarten, auf der Fahrbahn zusammen mit dem Kraftfahrzeugverkehr oder auf dem Gehweg zusammen mit dem Fußgängerverkehr." In einigen Untersuchungen wird unter Mischverkehr ausschließlich die Führung des Radverkehrs gemeinsam mit dem Kfz-Verkehr auf der Fahrbahn verstanden.

Mittelinsel: * "Verkehrsinsel, die zwei entgegengesetzte Verkehrsströme trennt". Kann als Überquerungshilfe verwendet werden und sollte dann, wenn auch Fahrräder überqueren können sollen, mind. 2,50 m breit sein. Für zusätzliche Fahrradanhänger nicht unter 3,00 m breit.

Modal-Split: * Verteilung der Wege sich fortbewegender Personen oder transportierter Güter auf die verschiedenen benutzten Verkehrsmittel

Öffnung einer Einbahnstraße für Radfahrer in Gegenrichtung: die Öffnung einer echten Einbahnstraße (Zeichen 220 StVO) durch Anbringen des Zusatzzeichen 1022-10 ('Radfahrer (Sinnbild) frei') zum Zeichen "Verbot der Einfahrt", Zeichen 267 StVO, vgl. unechte Einbahnstraße.

Radfahrersignal: * "Signalgeber, auf dem ein Fahrrad abgebildet ist, und mit dessen Hilfe der .. Fahrradverkehr [an Ampeln] geregelt wird."

Radfahrerfurt: Markierung, durch die ein Radweg über einen Knotenpunkt weitergeführt wird und die den Vorrang der Radfahrer unterstreicht. Wird auch an Lichtsignalanlagen verwendet. Im Regelfall: 25 cm breit, 50 cm lang, 20 cm Lücke.

Radaufstellstreifen: siehe Aufgeweiteter Radaufstellstreifen

Radfahrstreifen: "Ein auf der Fahrbahn durch Radfahrstreifenbegrenzung (Zeichen  295 StVO [25 cm dicke, durchgezogene Linie]) abgetrennter und durch Verkehrszeichen (Zeichen 237 StVO) ausgewiesener Sonderweg für Radfahrer mit Benutzungspflicht."

Radroute, auch Veloroute: "attraktive Hauptverbindungen eines Radverkehrsnetzes, die über längere Strecken durchgehend benutzbar sind und sich in der Regel aus verschiedenartigen Netzelementen zusammensetzen" (ALRUTZ/ FECHTEL/ KRAUSE 1989:9). Sie können also in Form von Radverkehrsanlagen, im Mischverkehr auf der Fahrbahn oder über Gehwege geführt werden. In manchen Städten wird der Begriff weiter eingegrenzt: Radrouten sollen dann im größeren Anteil der Strecke in Erschließungsstraßen oder Grünanlagen verlaufen.

Radverkehrsanlage: "Eine Anlage für den Radverkehr, die durch bauliche Maßnahmen, durch Markierungen und/oder durch verkehrsregelnde Maßnahmen geschaffen wird."

Radverkehrsnetz: Flächendeckendes, lückenloses Netz von Verbindungen für den Radverkehr, das nicht nur Radwege, sondern alle Arten von Radverkehrsanlagen und die Führung über verkehrsarme Straßen ohne Radverkehrsanlage umfasst.

Radweg: "Straßenbegleitender oder selbständig geführter Sonderweg für Radfahrer." Nach der bis 1998 geltenden Regelung waren Radwege für Radfahrer grundsätzlich benutzungspflichtig. Seitdem "müssen nur noch Radverkehrsanlagen, die mit Zeichen 237, 240 oder 241 gekennzeichnet sind, von den Radfahrern benutzt werden. Nicht gekennzeichnete, sogenannte 'andere Radwege' dürfen sie benutzen." (FGSV 1997:11)

Radweg, selbständig geführter: "Von anderen Verkehrswegen unabhängig trassierter Radweg."

Radweg, straßenbegleitender: "Von der Fahrbahn baulich durch einen Trennstreifen oder ein Bord mit Sicherheitstrennstreifen getrennter Radweg."

Radwegenetz: Flächendeckendes, lückenloses Netz aus selbständigen und straßenbegleitenden Radwegen sowie gemeinsamen Geh- und Radwegen. Im Gegensatz zum Radverkehrsnetz enthält es nicht die Straßen, die der Radverkehr im Mischverkehr mit Kraftfahrzeug zusammen befährt.

Route: kurz für Velo- oder Radroute gebraucht

Schutzstreifen (früher Angebotsstreifen): Durch Markierung (Zeichen 340 StVO: unterbrochener, 12 cm schmaler Strich, 1,00 m Farbe, 1,00 m Lücke) "hervorgehobener Seitenbereich der Fahrbahn, der bevorzugt den Radfahrern vorbehalten sein soll, aber auch vom Kraftfahrzeugverkehr im Begegnungsverkehr befahren werden darf. Er darf im Unterschied zum Radfahrstreifen nicht als Sonderweg für Radfahrer (Zeichen 237 StVO) ausgewiesen werden. Ruhender Verkehr darf auf dem Schutzstreifen nicht zugelassen werden."

Soziale Sicherheit: Sicherheit vor Bedrohungen und Überfällen im öffentlichen Raum (nach BOESCH 1992, S.21).

Überquerungsanlage: "Bauliche und/oder verkehrsregelnde Maßnahme, die das Überqueren einer Hauptverkehrsstraße außerhalb von Knotenpunkten für Radfahrer (und Fußgänger) sichert oder erleichtert." Im Regelfall ist sie mit einem Vorrang für Radfahrer oder Fußgänger verbunden. Demgegenüber ist die Überquerungshilfe nicht mit einem Vorrang für Radfahrer/Fußgänger verbunden.

Umlaufzeit: * "Zeitspanne, in der die Phasen einer Lichtsignalanlage von allen Richtungen durchlaufen werden, inklusive Phasenübergängen."

Unechte Einbahnstraße: "Straße mit Radverkehr in beiden Richtungen auf der Fahrbahn; beim Kraftfahrzeugverkehr wird jedoch durch Beschilderung (Zeichen 267 StVO mit Zusatzschild 1022-10 .. ['Verbot der Einfahrt' mit 'Radfahrer frei'] die Einfahrt nur in einer Richtung zugelassen."

Unfallbelastung: Zahl der Unfälle auf die Einwohnerzahl bezogen. Einheit: Unfälle pro Einwohner und Jahr (ALRUTZ/ FECHTEL/ KRAUSE 1989:60)

Unfalldichte: Zahl der Unfälle bezogen auf die Streckenlänge. Einheit: Unfälle pro Kilometer Strecke und Jahr (ALRUTZ/ FECHTEL/ KRAUSE 1989:60)

Unfallrate: Zahl der Unfälle im Verhältnis zur Verkehrsleistung aller Verkehrsteilnehmer oder einer bestimmten Verkehrsteilnehmergruppe. Einheit: Unfälle pro Kilometer Verkehrsleistung und Jahr (ALRUTZ/ FECHTEL/ KRAUSE 1989:60). In der vorliegenden Arbeit das Verhältnis von Unfallbelastung zum Radverkehrsanteil am Modal Split.

Veloroute, siehe Radroute

Verkehrsstraße: Straßenklasse zwischen Erschließungsstraße und Hauptverkehrsstraße, die bereits maßgebliche Verbindungsfunktion hat. In der Praxis haben diese Straßen meist eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Vorbeifahrstreifen: "Kurzer Schutzstreifen [früher Angebotsstreifen] im Aufstell-bereich signalisierter Knotenpunkte, der Radfahrern ein Vorbeifahren an wartenden Fahrzeugen bis zur Haltlinie ermöglichen soll."

Zweirichtungsradweg: * "Radweg, auf dem Radverkehr in zwei Richtungen zugelassen ist"

Dieses Glossar wurde zusammengestellt von Detlev Gündel, Hamburg. Änderungsbedarf oder Fragen zu den Quellen bitte an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Quellen:

ALRUTZ/ FECHTEL/ KRAUSE 1989: Dokumentation zur Sicherung des Fahrradverkehrs. Unfall- und Sicherheitsforschung Heft 74. Bergisch Gladbach 1989

BOESCH 1992: Die Langsamverkehrsstadt. Bedeutung, Attraktion und Akzeptanz der Fussgängeranlagen. Eine Systemanalyse Zürich 1992

C.R.O.W. 1994: Radverkehrsplanung A-Z; C.R.O.W, Institut für Normung und Forschung im Erd-, Wasser- und Straßenbau und in der Verkehrstechnik - Niederlande (Hrsg.). Ede 1994

FGSV, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen 1995: Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 95) Empfehlungen für Radverkehrsanlagen. FGSV-Nr. 284. Köln 1995

FGSV 1997: Hinweise zur Beschilderung von Radverkehrsanlagen nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung. FGSV-Nr. 241. Köln 1997

IVH/PGV, Institut für Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und Straßenbau Universität Hannover; Planungsgemeinschaft Verkehr Hannover 1992: Sicherung von Radfahrern an städtischen Knotenpunkten: Forschungsberichte der Bundesanstalt für Straßenwesen  262. Bergisch Gladbach 1992