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Der ADFC Glinde bittet die Bürgermeisterkandidaten die folgenden Fragen zu Ihren Einstellungen und Absichten bezüglich des Radverkehrs in Glinde zu beantworten.

Die Antworten aller Kandidaten werden unkommentiert übernommen. Der ADFC ist überparteilich und wird keine Wahlempfehlung aussprechen, sondern lediglich Ihre Positionen zum Radverkehr öffentlich machen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die Meinungsbildung mit Ihren Antworten unterstützten!

Unsere Fragen:

Frage 1:

Welche Bedeutung hat der Radverkehr in Ihren Augen für Glinde? Wo

liegen die Chancen, wo die Probleme?

Frage 2:

Was wollen Sie unternehmen um die maroden Radwege in Glinde zu ertüchtigen?

 Frage 3:

Wie stehen Sie dazu in Glinde eine eigene Verkehrsaufsicht zu etablieren?

 Frage 4:

Wie wollen Sie die Bürger bei der Erstellung des Radwegekonzeptes einbinden?

 Frage 5:

Wie stehen sie zu einem Radschnellweg von Glinde nach Hamburg, werden Sie sich für eine Realisierung einsetzen.

 Frage 6:

Werden Sie eine/en Fahrradbeauftragte/en in Glinde etablieren, der sich für die Belange des Radverkehrs einsetzt?

 Frage 7

Werden Sie eine Arbeitsgruppe Radverkehr in Glinde einrichten, in der entsprechende Organisationen wie Verwaltung, Politik, Interessenvertreter und Bürger vertreten sind?

 Frage 8:

Sind Sie selbst Radfahrer in Glinde?


 

Hier die Antworten von Bürgermeister Herr Reinhard Zug.

 

  1. Welche Bedeutung hat der Radverkehr in Ihren Augen für Glinde? Wo liegen die Chancen, wo die Probleme?

Das Fahrrad ist das ideale Verkehrsmittel für kurze und mittlere Strecken – dies gilt in besonderem Maße für unsere Stadt. Mit einem E-Bike oder Pedelec lassen sich auch weitere Strecken mühelos und zügig bewältigen. Wer mit dem Rad in unserer Stadt unterwegs ist, verursacht weder Lärm, noch CO² oder Feinstaubemissionen. Die Parkplatzsuche entfällt und Sie verbringen keine Zeit in einem Stau – und, Rad fahren ist gesund und macht Spaß. Daher fahren auch viele Glinderinnen und Glinder häufig und regelmäßig mit dem Rad. Diesen Trend gilt es aus meiner Sicht zu verstärken, z.B. durch Serviceangebote wie Druckluftstationen oder sichere Abstellmöglichkeiten. Im Wesentlichen aber durch eine Sanierung unserer vier Radverkehrsachsen in der Stadt: Möllner Landstraße, Oher Weg, Holstenkamp und Avenue St. Sebastien. In den Wohngebieten gilt fast ausschließlich Tempo 30, so dass Kinder bis 12 Jahre mit ihren Eltern auf dem Gehweg fahren können. Für die anderen Radfahrer steht die Fahrbahn zur Verfügung. Probleme sehe ich darin, dass diese Achsen z.T. sanierungsbedürftig sind und die Ausschilderung in die Jahre gekommen ist. Auch können die Radwege aufgrund der geringen Verkehrsflächen nur einseitig zur Verfügung gestellt werden, so dass von der Fahrbahn abgetrennte Radspuren sich nur äußert schwierig oder gar nicht realisieren lassen. Aber genau diese Punkte müssen auf dem Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt auf den Prüfstand.

  1. Was wollen Sie unternehmen um die maroden Radwege in Glinde zu ertüchtigen?

Im Kern hängt die Sanierung der Radwege mit der Erstellung des Radwegekonzeptes zusammen. Natürlich wäre eine schnelle Durchführung der Radwegesanierung erforderlich, aber wenn das in Erstellung befindliche Radwegekonzept große Veränderungen vorsieht, wären diese Mittel ggf. falsch investiert und dies kann und darf die Stadt sich nicht leisten. Für mich steht daher fest, dass eine Sanierung erst nach dem Abschluss des Radwegekonzeptes erfolgen kann - dann aber konzeptionell an den richtigen Stellen, kontinuierlich und in sinnvollen Abschnitten.

  1. Wie stehen Sie dazu in Glinde eine eigene Verkehrsaufsicht zu etablieren?

Im Herbst dieses Jahres wird die Verwaltung für die politischen Gremien eine umfassende Entscheidungsvorlage erarbeiten. Es wäre eine zusätzliche und neue Aufgabe für die Stadt Glinde, die sowohl zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Verkehrsaufsicht, die Überwachung des ruhenden und ggf. fahrenden Verkehrs erfordert (natürlich auch mit der notwendigen technischen Ausstattung und ggf. zusätzlichen Büroräumen). Ob der Kreis Stormarn, der diese Aufgaben abgeben würde, auch die entsprechende Finanzierung sicher stellt, oder ob die Einnahmen aus den Überwachungen ausreichen werden, um diese Aufgaben zu finanzieren, wird derzeit geprüft. Wenn die Stadt Glinde diese Aufgaben wirtschaftlich erfüllen kann, bin ich für die Übernahme dieser Aufgaben. In diesem Zusammenhang muss auch immer darauf hingewiesen werden, dass der Bürgermeister in eigener Verantwortung diese Aufgaben nach den gesetzlichen Vorschriften und unter fachlicher Aufsicht des Kreises Stormarn ausführt. Politische Einflussnahmen kann und wird es nicht geben.

  1. Wie wollen Sie die Bürger bei der Erstellung des Radwegekonzeptes einbinden?

Zunächst hat die Politik bereits vor einem Jahr den Auftrag erteilt, ein Radverkehrskonzept zu erarbeiten. Aufgrund anderer Projekte haben die Grundlagenarbeiten hierfür erst in diesem Jahr begonnen. Die Verwaltung hat dazu eine Aufnahme des Ist-Standes vorgenommen und, unter Berücksichtigung der Unfallschwerpunkte, Ideen für Verbesserungen erarbeitet. In der Oktobersitzung des Bauausschusses sollen diese ersten Ergebnisse vorgestellt werden. Mein Ziel ist es, dann ein erfahrenes Planungsbüro mit der weiteren Entwicklung zu beauftragen, das gemeinsam mit Bürgern, Interessierten, den politischen Entscheidungsträgern und der Verwaltung, Verbesserungen und Umsetzungsmöglichkeiten erarbeitet. Im Anschluss daran sind die politischen Gremien unserer Stadt gefordert, Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen und Finanzmittel für eine Umsetzung zur Verfügung zu stellen.

  1. Wie stehen Sie zu einem Radschnellweg von Glinde nach Hamburg, werden Sie sich für eine Realisierung einsetzen?

Ich bin überzeugt, dass ein Radschnellweg nach Hamburg, oder auch im ersten Schritt z. B. zur U-Bahn Station Steinfurther Allee, sinnvoll ist. Dabei ist mir wichtig, dass Glinde nicht der Endpunkt sein wird, sondern konsequent eine östliche Weiterführung nach Reinbek und darüber hinaus mitgedacht und realisiert wird. Die Belastung durch den Verkehr auf der Möllner Landstraße könnte dadurch sicher in Reinbek, Glinde, Oststeinbek und Hamburg gesenkt werden.

 

  1. Werden Sie eine/n Fahrradbeauftragte/en in Glinde etablieren, der sich für die Belange des Radverkehrs einsetzt?

Ich habe bisher den adfc-Glinde als kompetenten Ansprechpartner und Streiter für den Radverkehr in unserer Stadt gesehen. Gemeinsam mit den politischen Gremien und der Verwaltung ist diese Aufgabe sicher ausbau- und tragfähig. Wichtig ist mir ein fester Ansprechpartner in der Verwaltung, mit dem gemeinsam Projekte abgestimmt und bei Problemen Abhilfe geschaffen wird. Das Geld, das für eine/n hauptamtliche/n Mitarbeiter/in investiert werden muss, würde ich dauerhaft in die Unterhaltung der Radwege, eine bessere Markierung und Beschilderung sowie Netzverbesserungen ausgeben – damit wären wir sicher einen großen Schritt weiter. Meine konkrete Antwort auf Ihre Frage lautet insofern: Hauptamtlich nein, Ehrenamtlich ja, und hier gerne mehr und intensiver in der Zusammenarbeit.

  1. Werden Sie eine Arbeitsgruppe Radverkehr in Glinde einrichten, in der entsprechende Organisationen wie Verwaltung, Politik, Interessensvertreter und Bürger vertreten sind?

Für die Erarbeitung und Umsetzung des Radwegekonzeptes ganz sicher. Aber auch unter Hinzuziehung eines versierten Fachbüros für Radwege. Ob dies dauerhaft sinnvoll ist, kann ich derzeit nicht beurteilen – dies wird sich zeigen.

  1. Sind Sie selbst Radfahrer in Glinde?

Ich bewege mich in Glinde fast ausschließlich mit dem Auto oder zu Fuß. Oft müssen Akten zu Terminen mitgenommen werden oder wir sind mit mehreren Kollegen/innen unterwegs, so dass die Fahrtzeit noch zur Abstimmung genutzt werden kann. Auch fahre ich ungern im Anzug Rad. Insgesamt stehen in der Stadtverwaltung drei Diensträder zur Verfügung, die auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern genutzt werden. Im Rahmen des Stadtradelns habe ich es geschafft, etwas über 50 km in Glinde zu fahren – für mich als begeisterter Hobbyläufer ein echter Anfang.  



Hier die Antworten von Bürgermeisterkandidat Herr Frank Lauterbach.


1: Welche Bedeutung hat der Radverkehr in Ihren Augen für Glinde?

Wo liegen die Chancen, wo die Probleme?

Der Radverkehr hat große Bedeutung. Betrachtet man die augenblickliche Verkehrssituation, insbesondere morgens und am späten Nachmittag, wird deutlich, dass Glinde an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Der Berufsverkehr bedeutet schon heute Stop and Go auf den Hauptverkehrsachsen. Kommen noch Veranstaltungen wie Markttage, Flohmärkte und Marktfeste hinzu, ist besonders im Stadtkern fließender und ruhender Verkehr sehr strapaziert. Dann ist von allen Verkehrsteilnehmern viel Geduld gefragt. Der Umstieg auf das Fahrrad ist dringend geboten, soweit möglich. Der Berufspendlerverkehr wird sich damit nicht einschränken lassen; hier ist ein verbesserter ÖPNV gefragt, wohl aber der innerstädtische Autoverkehr. Zum Thema „Radwegeschnellschnetz“ s.u. Glinde ist von seiner Fläche her so klein, dass man bequem von einem Ende zum anderen radeln kann. So frage ich mich schon lange, warum Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, anstatt sie mit dem Rad fahren zu lassen. Ist es immer nur das Sicherheitsgefühl, welches Eltern immer wieder zum Auto greifen lässt? Ich glaube, mit der Situationsbeschreibung sind die Chancen schon ausreichend beschrieben. Weniger Auto und mehr Fahrrad bedeuten nicht nur Entlastung der Straßen, sondern auch der Luft. Probleme gibt es sicher noch bei „Fahrradparkplätzen“ sowie der Akzeptanz bei Autofahrern. Hier ist Aufklärung, auch über die rechtliche Situation, wichtig.

2: Was wollen Sie unternehmen, um die maroden Radwege in Glinde zu ertüchtigen?

Soweit nicht schon durchgeführt, muss zunächst eine Bestandsaufnahme und dann das Erstellen einer Prioritätenliste erfolgen. Für mich hat das Thema „Sicherheit“ oberste Priorität. Ich weiß, dass es hier unterschiedliche Ansichten über gemeinsame oder getrennte Nutzung von Straßen und Radwegen gibt. Ich plädiere für eine Trennung von Auto und Radverkehr. Das bedeutet natürlich, dass die Radwege entsprechend gut ausgebaut werden. Dafür werde ich mich einsetzen, weil ich davon überzeugt bin, dass wir das Geld hier sinnvoll investieren.

3: Wie stehen Sie dazu in Glinde eine eigene Verkehrsaufsicht zu etablieren?

Spannende Frage. Das Bauchgefühl sagt, toll, dann können wir endlich machen, was wir wollen. Leider sieht die Realität ein wenig anders aus. Auch wir dürfen nicht alles, was wir möchten. Da ist das Gesetz davor. Bevor wir hier eine Entscheidung treffen, müssen die Vor- und Nachteile genau abgewogen werden. Es bedeutet u.a. Geld in die Hand zu nehmen, um eine eigene Verwaltung für diesen Bereich aufzubauen. Der Vorteil liegt m.E. in einem besseren „Entscheidungs- und Ermessensspielraum“ und natürlich der besseren Ortskenntnis. Aus den letzten genannten Gründen wäre ich im Augenblick dafür, muss mir allerdings in einer Gesamtschau überlegen, ob sich die Sache „rechnet“. Der Nutzen muss größer sein als die Kosten und evtl. Nachteile. Eigene Verkehrsaufsicht bedeutet ja u.a. auch, den ruhenden Verkehr zu regeln. Wir müssen dann auch akzeptieren, dass es mehr Kontrollen gibt. Das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Wir dürfen dann der Stadt keine „Abzocke“ vorwerfen, wenn sie durch Falschparker Einnahmen generiert. Übrigens wird der fließende Verkehr, hier Geschwindigkeitsmessungen, nach wie vor nicht in städtische Hände gelegt werden.

4: Wie wollen Sie die Bürger bei der Erstellung des Radwegekonzeptes einbinden?

Über aktive Mitarbeit. Jeder weiß am besten, wie es vor seiner eigenen Haustür aussieht. diese Erfahrung ist eine wichtige Grundlage, um z.B. in Arbeitsgruppen Ideen und Wünsche zu erarbeiten. Natürlich werde ich dabei auch auf die Erfahrungen des adfc zurückgreifen. Sie sind hier ein wichtiger Partner, der ja schon praktische Erfahrung in Ideen, Möglichkeiten und deren Umsetzung mit einbringen kann.

5: Wie stehen Sie zu einem Radschnellweg von Glinde nach Hamburg? Werden Sie sich für eine Realisierung einsetzen?

Die Stadt Glinde hat sich ja gerade auf den Weg gemacht, ein eigenes Radwegekonzept zu erarbeiten. Zusätzlich laufen bereits Studien zu einem „Stormarner Radschnellwegenetz“. Hier müsste sich die Stadt Glinde, ich plädiere sehr dafür, anteilig an den Kosten zur Erarbeitung des Gutachtens beteiligen. Aus meiner Sicht ist genau so ein Radwegesystem die Zukunft. Schnell, sicher und komfortabel. Hier ist eine sorgfältige Planung nötig, um nicht hinterher über eigens verschuldete Stolpersteine zu fallen. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Planung und Realisierung dieses Radwegenetzes viel Zeit beanspruchen wird. Wird dieses Netz dann realisiert, kann es langfristig neben dem ÖPNV auch zu einer Entlastung des Pendlerverkehrs beitragen.

6: Werden Sie eine/en Fahrradbeauftragte/en in Glinde etablieren, der sich für die Belange des Radverkehrs einsetzt?

Ich erweitere den Begriff einmal um den der Beiräte. Es gibt gesetzliche Vorgaben sowie freiwillige Maßnahmen der Kommunen. Beispielhaft sind hier genannt, Seniorenbeiräte, Jugendbeiräte, Gleichstellungsbeauftragte, Behindertenbeauftragte, Kinderbeauftragte, Umweltbeauftragte, Kulturbeauftragte, Tierschutzbeauftragte. Und nun noch eine Fahrradbeauftragte? Schon aus der Aufzählung wird deutlich, wie schwierig dieses Thema ist. Jede Stelle bzw. jedes Thema hat seine Berechtigung und ist wichtig. Die Frage ist, wohin führt uns das Beauftragtenwesen? Ich kann es mir einfach machen und sagen, macht doch ruhig. Ein Beauftragter mehr oder weniger, na und? Ich sehe hier, auch z.T. bei den schon bestehenden, die Gefahr der bequemen Verschiebung von Verantwortung. Nach dem Motto, der Beauftragte wird es schon richten. Schließlich ist er ja auch verantwortlich. Ich sehe hier vielmehr eine Führsorgepflicht der Stadt, so eine Situation nicht entstehen zu lassen. Die Erfahrung lehrt, dass Beauftragte eben aus dieser Verantwortung und Inanspruchnahme heraus überfordert werden können. Das möchte ich vermeiden. Meine Antwort auf Ihre Frage lautet also, Nein.

7: Werden Sie eine Arbeitsgruppe Radverkehr in Glinde einrichten, in der entsprechende Organisationen wie Verwaltung, Politik, Interessenvertreter und Bürger vertreten sind?

Diese Frage beantworte ich mich einem kurzen Ja. Hier wird nämlich Sachverstand und Verantwortung auf viele Schultern verteilt. Genau das ist mein Weg, denn im Ergebnis ist Teamarbeit immer besser als Einzelentscheidungen.

8: Sind Sie selbst Radfahrer in Glinde?

Ich bin auf Grund meiner Schwerbehinderung in meiner Mobilität eingeschränkt. Deshalb benutze ich, ich gebe es zu, aus Bequemlichkeit mehr das Auto als das Fahrrad. Ich bin aber dankbar für diese Frage, da sie mir wieder einmal vor Augen führt, wie wichtig und gesundheitsfördernd Rad fahren ist. Ich muss also mehr mit meinem inneren Schweinehund kämpfen.



Hier die Antworten von Bürgermeisterkandidat Herr Jan Schwartz.

 

Frage 1: Welche Bedeutung hat der Radverkehr in Ihren Augen für Glinde? Wo liegen die Chancen und Probleme?

Fahrradfahren ist in Glinde nach wie vor riskant. Die geänderten Beschilderungen und Regelungen haben nicht gerade dazu beigetragen, dass es überall sicherer geworden ist. Ich will mich als Bürgermeister dafür einsetzen, dass Fahrradfahren in der Stadtplanung einen höheren Stellenwert bekommt. Um das Fahrradfahren in Glinde sicherer zu machen, soll geprüft werden, auf welchen Straßen Schutzstreifen eingerichtet werden können. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die Möllner Landstraße gelegt werden, insbesondere auf den Bereich vor dem Mühlencenter bis zur Straße „Am Sportplatz“.

Frage 2: Was wollen Sie unternehmen, um die maroden Radwege in Glinde zu ertüchtigen?

Um dem Thema Fahrrad einen höheren Stellenwert zu geben, sollte ein eigener Posten im Haushalt eingerichtet werden.

Die Grünen haben bereits vor einem Jahr (23.6.16) einen Antrag zur Erarbeitung eines Radwegekonzepts gestellt, der vom Bauausschuss einstimmig angenommen wurde. Darin wird die Verwaltung u.a. aufgefordert, Möglichkeiten zur Einrichtung von Schutzstreifen auf der Fahrbahn und von Fahrradstraßen zu untersuchen. Die Verwaltung hat damals erklärt, dass sie personell dazu nicht in der Lage sei und hat uns auf 2017/2018 vertröstet. Es ist nun an der Zeit, dies anzugehen.

Teil des Konzepts muss natürlich sein, marode und beschädigte Radwege zu sanieren und, wo möglich, Neue anzulegen.

Frage 3: Wie stehen Sie dazu, in Glinde eine eigene Verkehrsaufsicht zu etablieren?

Eine eigene Verkehrsaufsicht hätte den Vorteil, dass Glinde stärker selbst über Ampeln, Zebrastreifen und Temporegelungen entscheiden könnte. Das würde womöglich an einigen Stellen die Lösung von Konflikten erleichtern, man denke nur an den Holstenkamp oder die Kaposvar-Spange.

Eine Verkehrsaufsicht kostet zunächst aber einen Batzen Geld, die Verwaltung schätzt etwa 60.000 Euro im Jahr. Den Berechnungen zufolge stünden Einnahmen aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs gegenüber. Ob das Geld am Ende so fließt, wie erhofft, bleibt abzuwarten. Denn es gibt immer mehr Möglichkeiten, automatisch Widerspruch gegen Strafzettel zu erheben – womöglich schon bald auch in Deutschland mit ein paar Klicks im Internet. Dann könnten die Einnahmen nicht wie erwartet sprudeln. Bei der Einführung einer eigenen Verkehrsaufsicht müssen Vor- und Nachteile also genau abgewogen werden.

Frage 4: Wie wollen Sie die Bürger bei der Erstellung des Radwegekonzepts einbinden?

Ich stehe mit meiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt für eine stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Die Glinder sollen sich stärker an der Gestaltung ihrer Stadt beteiligen können. Wenn die Stadt den von den Grünen beantragten Radwegeplan erstellt (hoffentlich bald), ist der nächste Schritt, diesen den Bürgerinnen und Bürger vorzustellen und ihre Vorschläge aufzunehmen - bevor daraus ein endgültiges Konzept wird.

Frage 5: Wie stehen Sie zu einem Radwegeschnellweg von Glinde nach Hamburg, werden Sie sich für eine Realisierung einsetzen?

Die Verwaltung soll unter meiner Leitung Möglichkeiten für schnelle Radverbindungen nach Hamburg ausloten und zur Realisierung Fördermittel einwerben. Die von der TUHH vorgeschlagenen Trassen für Radschnellwege zwischen dem Umland und Hamburg können eine Grundlage dafür bieten. Unter den insgesamt sieben zuletzt als realistisch eingestuften Routen liegen drei in unserem Umfeld: Glinde-Hamburg (15,6 Km), Barsbüttel-Hamburg (13 Km) und Reinbek-Hamburg (17 Km). Damit die Glinder Strecke in die engere Auswahl kommt, muss sich die Verwaltung bei der Metropolregion Hamburg (MRH) dafür einsetzen. Dort wird bereits an Anträgen für Machbarkeitsstudien gearbeitet – allerdings für andere Strecken.

Ich denke auch an eine Verbindung zwischen dem Glinder Markt und der Steinfurther Allee (südlich der Möllner Landstraße), um Pendlern das Umsteigen in den öffentlichen Personennahverkehr zu erleichtern.

Frage 6: Werden Sie eine/en Fahrradbeauftragte/en in Glinde einrichten, der/die sich für die Belange des Radverkehrs einsetzt?

Das ist ein interessanter Vorschlag, den ich gerne prüfen möchte. Ein/e Fahrradbeauftagte/r könnte sich intensiver um die Belange des Radfahrens kümmern und der Verwaltung Anstöße geben sowie ihr als Experte/in zur Seite stehen. Die Frage ist allerdings – wie immer bei solchen Vorhaben – zu welchen Kosten das geschehen soll. Da die Verwaltung unter meiner Leitung ohnehin ein stärkeres Gewicht auf das Radfahren legen würde, könnte es sich auch anbieten, den ADFC stärker zu konsultieren als dies bisher der Fall ist. Dort ist im Zweifel die Expertise vorhanden.

 

Frage 7: Werden Sie eine Arbeitsgruppe Radverkehr Glinde einrichten, in der entsprechende Organisationen wie Verwaltung, Politik, Interessenvertreter und Bürger vertreten sind?

Auch das wäre zu überlegen. Ich kann mir allerdings auch vorstellen, dass der ADFC selbst eine solche Arbeitsgruppe einrichten würde und Politik, Verwaltung und Verbände dazu einlädt.

 

Frage 8: sind Sie selbst Radfahrer in Glinde?

Ja, ich nutze das Rad so oft ich kann. Kurze Wege und die Lage im Grünen machen das Fahrradfahren in Glinde attraktiv. Allerdings müssten die Bedingungen dafür verbessert werden. Denn nur dann macht es Sinn, das Auto stehen zu lassen. Solange es fürs Fahrrad zum Beispiel keine attraktive Verbindung zwischen dem Marktplatz und der Steinfurther Allee gibt (und die Busse nicht häufiger fahren), bin ich aufs Auto angewiesen – und stehe zusammen mit vielen anderen Glindern auf dem Weg nach Hamburg im Stau.